Die Zehn Gebote reden davon sich kein Bild von Gott zu machen. Und das macht ja auch niemand … oder?
Ein Buch, welches dies meines Erachtens auf wunderbare Weise aufgreift ist “Die Hütte” von William Paul Young. Der Protagonist Mack trifft nach einem schweren Schicksalsschlag Gott (in seiner Dreieinigkeit als Vater, Sohn und Heiliger Geist) in einer abgelegenen Hütte. Sehr vieles von dem wie Gott in Macks Augen ist bzw. sein sollte wird in dieser Hütte auf den Kopf gestellt:
- Der Vater ist eine dicke schwarze Frau.
- Jesus ist gar nicht so schön wie Mac sich das gedacht hat, sondern eher “normal”.
…
Auf diese und ähnliche Art hinterfragt Young die Bilder über Gott, die wir eben doch haben. Zumindest habe ich gemerkt, dass ich mir aus meinen Erfahrungen und Gedanken über Gott, sehr einfach ein Bild von ihm machen kann. Dieses wiederum ist ehrlich gesagt sehr beschränkt.
Hier von Annahmen auszugehen, hat eine Offenheit, die sich immer wieder neu – und anders – auf Gott einlassen kann. Ein Bild bedeutet immer auch eine relativ feste Vorstellung von dem wie etwas ist. Eine Annahme lässt eine weitaus größere Offenheit zu, sich etwas Besseren belehren zu lassen und dazu zu lernen.
Das Athener Modell sah im normalen Menschen einen “gleichermaßen in der Akademie und auf dem Sportpaltz kräftigen, jungen, balancierten und glücklichen Menschen.” (Schoberth, S. 145)
Dieses Modell wird auch heute noch stark als Idealbild des Menschen betrachtet. Bezeichnend sind die in unserer Kultur hoch angesehen, bzw. propagierten Werte von Jugendlichkeit, Sportlickeit, Schönheit, Intelligenz usw.
Wenn wir den Menschen wirklich so wahrnehmen und bewerten!, dann fallen sehr viele aus diesem Raster und andere streben krampfhaft nach dieser Werterfüllung. Für Schwache, Kranke und Bedürftige besteht in diesem Modell kein Platz.
Im Rahmen meines Anthropolgie-Kurses (Lehre über den Menschen) habe ich mich vor ein paar Wochen mit “Menschenbildern” auseinander gesetzt. Interessant war hierbei das Buch “Einführung in die theologische Anthropologie” von Wolfgang Schoberth, der sich an dem Begriff der Menschnbilder stört und lieber von Annahmen reden möchtet. Aufgabe der Theologie ist nicht ein “christliches” Menschenbild aufzustellen, sondern existierende Menschenbilder kritisch zu hinterfragen. Hierbei geht es hauptsächlich um fixierte Menschenbilder, die aufgebrochen werden müssen. Man kan also von einer Befreiung des Menschen aus einem ihn einengendem Bild reden. Diese Herangehensweise finde ich sehr spannend, weil ich beobachte, wie oft ich selbst mit festen Bildern arbeite und diese sehr begrenzend sein können. … to be continued.
Hab auf Grund meines Studiums mich mit Hinduismus beschäftigt.
krass wie sehr soziales und religiöses System verschwimmen, bzw. eng die religiöse Bindung an die Kultur, bzw. die kulturelle Bindung an die Religion ist. Das Kastensystem ist enorm stark und die Dimension, die dieses für die Menschen, v. a. der unteren Kasten haben muss empfinde ich als enorm. Auf der anderen Seite merke ich, dass wir Westler ähnliche Strukturen haben, wir reden dann eben von sozialen Schichten, die sind bei uns nicht religiös untermauert, haben aber ihre eigene Power. Zumindest kenne ich bei mir Gedanken wir: “Ah, der ist halt aus einer anderen Schicht …”, dabei geht dann der innere Blick nach unten oder auch nach oben. Je nachdem, wer mir gerade gegenüber steht. Das wirft für mich die Frage auf, was denn gut und richtig wäre. Passend finde ich die Worte Paulus:
»Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann noch Frau; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.« Galater 3,28
Ich entwerfe weiter: Da gibt es keine Ober-, Mittel- noch Unterschicht in Gottes Augen, sondern einzig und allein den Menschen, sein Geschöpf, das er liebt und zu dem er sich eine Beziehung wünscht.
… Was da an sozial-dynamischem Drumherum entstanden ist entspricht nicht seiner Bewertung.
Ich habe gestern die erste Pressemitteilung unserer neuen Familienministerin (bzw. Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) erhalten. Für die unter uns, die nicht wissen wer das ist. Ihr Name ist Kristina Köhler, sie ist 32 Jahre und ist seit 2002 Bundestagsabgeordnete.
Folgende Worte waren in der Pressemitteilung zu lesen:
“Deutschland ist in den vergangenen Jahren familienfreundlicher geworden.
Wir dürfen jetzt aber nicht stehen bleiben. Damit junge Menschen ihren Wunsch
nach Kindern auch verwirklichen können, müssen wir den Ausbau der Kinderbetreuung konsequent fortsetzen.“
Für mich hört sich das irgenwie (immer wieder) paradox an, dass man familienfreundlicher wird, in dem man mehr Kinderbetreuungsplätze schafft. Bei diesen Plätzen handelt es sich meist um die Betreuungsplätze für die unter 3-jährigen. Dieser Ansatz von “die Kinder möglichst früh in Betreuung geben, damit die Eltern schnell wieder arbeiten können”, passt irgendwie nicht mit meinem Bild von Eltern-Sein zusammen. Warum wird nicht gezielter gefördert, dass Eltern – gerade in den ersten Lebensjahren – die Möglichkeit haben sich um ihre Kinder zu kümmern und sie nicht abgeben zu müssen?
So, hab jetzt einen Google wave account und bin gespannt, was ich damit alles machen kann. Mein erster Versuch darüber zu bloggen ist vorerst mal gescheitert. Falls das gehen sollte (über wordpress.com), dann ist das auf jeden Fall nicht so einfach raus zu finden …
Ich habe soeben (dank ZDF) eine sehr geniale Idee zur Nutzung leerstehender Häuser gefunden. Das finde ich auch für meine Stadt – Meiningen – eine sehr feine Sache.
In Halle gibt es den Verein Haushalten. Dieser schützt leerstehende Häuser vor Abriss und Verfall, in dem die Häuser zur kostenlosen Nutzung an Künstler vermietet werden (zahlen nur Nebenkosten). Der Verein ist Schnittstelle zwischen Besitzern und Künstlern. Die Künstler halten das Haus instand und dürfen es als Attelier nutzen.
Hier ist die Seite, da findet sich auch der Link zur ZDF-Reportage über diese kreative Art von Hausnutzung.
Ich hatte letzte Woche einen Brief in der Post, der mich schlicht schockiert hat. Es war ein Schreiben des Landesamtes für Lebensmittelsicherheit und Verbaucherschutz.
Hierin werden wir “Eingeladen” mit unserem Kind zur Früherkennungsuntersuchung zu gehen. Das ist schön und gut und dagegen habe ich nichts einzuwenden. Liest man diesen Brief jedoch weiter, wird klar, dass es sich bei der Einladung um eine unmissverständliche Aufforderung handelt. Denn sollten wir die Einladung selbst nach einer zweiten Erinnerung nicht wahrnehmen wollen, so wird das Jugendamt über diesen Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. Dieses wird sich dann zur Erfüllung seines Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdungen mit uns in Verbindung setzten. Das hört sich nun mal wirklich nicht mehr nach einer freundlichen Einladung an.
Der Brief hinterlässt bei mir das Gefühl, dass wir als Eltern doch wirklich froh sein können, dass sich jemand Gedanken über unser Kind macht und uns vorschreibt, wie ein verantwortungsvoller Umgang auszusehen hat!
Sicher gibt es Fälle, bei denen ein solches Vorgehen wirklich zum Schutz des Kindeswohls gerechtfertigt ist. Das rechtfertigt für mich aber kein Vorgehen, das allen Eltern eine derartige Kontrolle aufzwingt!
Dieser Blog hat zu lange keine frischen Ideen mehr bekommen. Bei Überprüfung seines Zustandes ist mir aufgefallen, dass es sehr schlecht um ihn steht. Was ihn jetzt nur noch retten kann ist eine Wiederbelebung. Stoßweise werde ich ihm deshalb 2-3 Posts in der Woche zuführen und hoffe, dass er den Weg zurück ins Leben findet!