Sahs gerade im Cafe und hatte ein nettes Gespräch über Soziale Anliegen, Dienstleistungen und Finanzierung derselbigen. Mein Gesprächspartner leitet eine Tagesgruppe. Die Kinder kommen meist aus einem “sozial schwachen Umfeld”, sind “verhaltensauffällig” und haben erhebliche soziale “Defizite” (um mal mit ein paar Schlagworten um mich zu schmeissen). Die spannende Frage, die er gestellt hat war: Wie kann ich die Kinder gesellschaftlich mehr integrieren, anstatt – wie in der Tagesgruppe – eine Inseldasein zu schaffen?!?
Ich denke, dass sich hier ein gesellschaftliches Grundproblem auf tut: Nämlich, dass wir die “Schwachen” eher wegsperren und gesonderte Programme für sie durchführen (Tagesgruppen, Maßnahmen, Altersheime etc.) anstatt sie auf sinnvolle Art zu integrieren. Das wiederrum führt zu einer Stigmatisierung und so verhärtet sich z. B. auch bei den Kids der Tagesgruppe das Bild, dass sie speziell und “defizitär” sind.
Vor kurzer Zeit hatte ich ein Gespräch mit einem schweizerischen Unternehmer, der gerade gegen dieses Ausgrenzungs- und Stigmatisierungsproblem ankämpft, indem er – eigentlich “defizitäre” – Jugendliche ohne Ausbildungsplatz in die Arbeitswelt integriert. Dies geschieht nicht über klassische Arbeitsamtschulungen oder eine weitere Art von Schule (wie z. B. BVJ in Deutschland), sondern indem sie in einem “normalen” Unternehmen “normale” Arbeit verrichten. Über einfache Arbeiten, wie z. B. die Montage von Lampen, lernen sie Kompetenzen wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Selbständigkeit. Das ganze nennt sich Job Factory und ist wie ich finde ein genialer Ansatz, von dessen Art wir noch viele gebrauchen können!